Scharteucke

Scharteucke und seine Kirche

Ein kleiner Rückblick in die Geschichte

Von Hubertus Haberlandt

 

1382 erschien erstmalig der Ort Schartelwelke im Lehrbuch der Erzbischöfe Ludwig und Friedrich II. 1446 gab Erzbischof Friedrich III Scharteucke ab Lehen an die Familie von Tresckow. Es handelte sich aber nur am das „wüste- Dorf Schartouwke.

 

1464 erhielt Ilse von Tresckow, die Witwe Herrmann von Treskows, neun Stück an der Mark Schartauweke bei Redekin" zum Leibgedingen. Rudolf von Tresckow verlegte 1510 die Schäferei von Nielebock nach Scharteucke.

 

1562/63 fanden die ersten Lutherischen Kirchenvisitationen im Jerichower Land statt. Am 29. Okt. 1563 wurde auch Scharteucke (Schartauichen) besucht.

 

Am 1. Juli 1596 begann der Bau einer kleinen Holzkirche mit Turm.

 

In der Chronographie erscheint Scharteucke erst wieder im Jahr 1747.

 

1746 erkrankte der älteste Sohn Levin von Tresckow. Aus Sorge um das Kind gab er das Gelübte ab: „Wenn der Sohn wieder gesundet, dann will ich eine neue Kirche bauen.“

 

Am l0. Apri11747 wurde das Fundament errichtet und am 1. Juni 1747 der Knopf und die Fahne auf den Turm gesetzt.

 

Im August 1747 war die Kirche fertig gestellt. Levin von Tresckow übersiedelte am 21. November 1747 mit seiner Familie nach Scharteucke. Bisher wohnte er in Neuermark.

 

Die Kirche gehörte bis Mitte des 20. Jh. zur Filiale Nielebock.

 

1806 kamen Napoleons Truppen und 1813 die Kosakenregimenter des Generals Tschernischews über die Elbe.

 

Um die Jahreswende brach die Westseite des Turmes zusammen.

 

Die Orgel der Kleinen Kirche wurde nach dem 2. Weltkrieg zerstört.

 

Beide Kriege und die Nachkriegszeiten sind Ursache dafür, dass danach nichts mehr geschehen ist. Die zunehmende Säkularisierung unserer Zeit schob die Kirche ins Abseits.

 

1976 übernahm Pastorin Schwarzkopf aus Redekin die Kirchengemeinde, die sich sehr für den Erhalt der Kirche einsetzte. Es war ein schweres Unterfangen, weil weder Baumaterial noch offizielle Arbeitskräfte vorhanden waren.

 

1990, wenige Monate nach der Wende, gelang es, das Fachwerk und die Außenwände des Turmes zu sanieren.

 

Von 1991 bis 1997 wurde die Kirche in Regie des Fördervereins, unter Vorsitz Hartwig von Tresckows, der mit seiner Frau in Köln lebt, restauriert.

 

Am 30./31. August 1997 konnte die Einweihung der neu sanierten Kirche und das 250 jährige Jubiläum feierlich begangen werden. In den Folgejahren bis heute wurde die aus dem Jahre 1642 stammende Kirchenturmuhr repariert und weiter Sanierungsmaßnahmen am Kirchturm, Glockenstuhl und Kirchenfenster durchgeführt.

 

 

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